Veröffentlichungen

Genealogische Forschung geschieht im Stillen. Sie konzentriert sich (wenn sie seriös betrieben wird) auf vorhandene und zitierfähige Quellen. Die Quellenarbeit bedeutet zunächst, sich für die genealogischen Grundinformationen der Jahre bis etwa 1870/1875 nahezu ausschließlich mit kirchlichen Quellen (Kirchenbücher) zu arbeiten, die in kirchlichen und staatlichen Archiven vorhanden sind. Damit muss die Forschung zunächst an der Frage der lokalen/regionalen Kirchenorganisation der betreffenden Zeit ansetzen; d.h. es stellt sich die Frage, welche Pfarrei für den Wohnsitze von Menschen zuständig war, denen das Forschungsinteresse gilt. Ist die fragliche Quelle dann schließlich (zuverlässig) gefunden, kommt es darauf an, das Quellenmaterial, d.h. handgeschriebene Einträge lesen und interpretieren zu können. Solche Primärquellen sind in manchen Fällen schon einmal erarbeitet und (mehr oder weniger zutreffend) dokumentiert worden.

Sind dann Forschungsergebnisse ganz oder teilweise in (gedruckte) Sekundärquellen eingeflossen, können einzelne Forschungsprojekte zügiger voran gebracht werden. Genealogische Sekundärquellen sollten aber immer mit einer kritischen Distanz rezipiert werden, da sie – wie die Erfahrung lehrt – bei ihrer Entstehung unterschiedlichen Interessenlagen und Qualitätsansprüchen unterliegen. Die Originaleintragungen in Kirchenbüchern sind in den allermeisten Fällen als zutreffend und wahr anzunehmen; aber auch Pfarrer konnten sich irren oder sie kamen ihren deskriptiven Aufgaben mit mehr oder weniger Sorgfalt nach. So stoßen ernsthafte Forscher sehr oft auf Lücken oder Zweifel, die sie im Rahmen eines Forschungsprojekts nicht einfach irgendwie interpretieren oder auf Mutmaßungen fußende Ergebnisse finden können.

Die mühsame Arbeit von Genealogen, die sich zwischen Archiven und dem häuslichen Schreibtisch bewegt, ist sehr oft über Jahre oder Jahrzehnte von Lücken und Zweifeln geprägt. Je gründlicher und umfassender die Forschungsarbeit angelegt ist, desto zahlreicher sind die Fälle, in denen komplexe Fragestellungen nicht abschließend bearbeitet und dokumentiert werden können. Und genau an diesem Punkt scheiden sich die genealogischen Geister: Veröffentlichen oder nicht?

Der Vorsitzende des Familienverbandes Tritschler e.V. hat eine ganze Reihe von Menschen kennen gelernt, die sich mehr oder weniger umfangreichen Forschungsarbeiten gewidmet und dabei nicht selten in Jahrzehnten (!) viel Zeit und Arbeit investiert haben. Je nachdem, in welcher Zeit dies geschah und welche (technischen) Hilfsmittel verfügbar waren, sind die Forschungsergebnisse „zu Papier“ gebracht oder auf Datenträger gespeichert worden. Da bei der Wahl von Informationsträgern noch bis vor wenigen Jahren ein einheitliches „Datenformat“ kaum allgemein vereinbar war, hatte jede(r) Forscher(in) „seine eigene Methode“; die Karteikarte oder die Dokumentation im DIN A 4-Format war die Norm. Solche Verfahren waren und sind auch grundsätzlich wertvoll, solange sie für Dritte zugänglich und nachvollziehbar sind. Und genau hier steckt das Problem, das von Forschern auf der ganzen Welt „beklagt“ wird und viele dennoch selbst zu dieser Problemlage beitragen: Forschungs(teil)ergebnisse werden in der Erwartung „gebunkert“, eines Tages noch fehlende Erkenntnisse zu finden. Die Forschungslage wird nicht veröffentlicht und damit nicht dem allgemeinen Wissenschaftsbetrieb zugänglich gemacht. Manche Genealogen sind höchst fleißige und zähe Forscher, sie verfüg(t)en aber nicht über den Willen oder die Fähigkeit, das Erforschte in eine lesbare und allgemein verständliche Form zu bringen. Auf diesem Wege sind zahllose, vielfach wertvolle Forschungserkenntnisse mit dem Ableben des Forschers untergegangen. Denn oft auch sehr nahe Verwandte konnten und können mit den vorliegenden Arbeitsergebnissen, die wegen ihrer Zeitintensität auch nicht besonders familienfreundlich erarbeitet wurden, später noch etwas anfangen oder (oft auch gemäß dem Willen des Forschers) diese an öffentliche Archive oder befreundete Forscher abgeben.

Diese Problemlage hat sich mit der heute selbstverständlichen Nutzung von Instrumenten der Informationstechnologie nicht nur fundamental verändert; die Forschung selbst ist unter dem Schlagwort „Computer-Genealogie“ geradezu revolutioniert worden. Das Internet schafft Informationszugänge, die – solange es die Genealogie gibt – noch nie in dem Maße und in der Geschwindigkeit verfügbar gewesen sind. In der professionellen Nutzung dieser Technologie, angefangen vom häuslichen Technikeinsatz bis hin zum heute unverzichtbaren Internet, liegen bisher ungeahnte Chancen und Möglichkeiten der Verbreitung von Forschungsergebnissen. Aber eben „nur“ in deren Verbreitung. Die gründliche Arbeit an den Quellen ist nach wie vor unverzichtbar.

Der Vorstand des Familienverbands Tritschler e.V. hat entschieden, die Forschungsergebnisse sukzessive „in´s Netz zu stellen“ und sie seinen Mitgliedern jederzeit zugänglich zu machen. Darüber hinaus sind einige Buchveröffentlichungen entstanden, die auf den folgenden Seiten dieser Homepage vorgestellt werden sollen.