Namensforschung (Onomastik)

„Ihr sucht die Menschen zu benennen, und glaubt am Namen sie zu kennen. Wer tiefer sieht, gesteht sich frei, es ist was Anonymes dabei."- Goethe, Sprichtwörtlich -

Jeder Familienname gibt die Frage auf, was er bedeutet, wovon er sich ableiten lässt und woher er kommt. Das „Anonyme" zu klären oder einer Erklärung näher zu bringen, stellt sich im Rahmen dieser Arbeit auch für den Familiennamen Tritschler als interessante Aufgabe. Denn die Frage, ob die Namensträger mit den verschiedenen Schreibweisen demselben Familienstamm zugehören, lässt sich möglicherweise beantworten, wenn es gelingt, mit Hilfe der Familiennamen-Definitionen, der Erkenntnisse aus der Familiennamen-Geographie und der Heraldik, Zusammenhänge sichtbar zu machen. Die eigentliche genealogische Forschung wird mit diesen Überlegungen unterstützt. Bei dem insgesamt relativ seltenen Familiennamen Tritschler ergibt sich mit anderen Worten die Fragestellung, ob die heute lebenden Namensträger von denselben Vorfahren abstammen oder ob der Name etwa an verschiedenen Orten, zu verschiedenen Zeiten und für verschiedene Namensträger(familien) getrennt voneinander entstanden ist und somit u.U. keine verwandtschaftlichen Beziehungen bestehen.

Die Vermutung einer differenzierten Entstehung des Familiennamens läge z.B. nahe, wenn der Familienname als Herkunftsname entstanden wäre oder eine Berufs- oder Tätigkeitsbezeichnung darstellte. Andererseits könnte der Familienname, soweit er sich als regionaler bzw. sprachraumbezogener Eigenschafts- oder Übername versteht, ursprünglich nur einer bestimmten Person zugedacht worden sein, deren Nachkommen diesen dann als erblichen Familiennamen weitergetragen haben. Der Frage der Etymologie des Familiennamens Tritschler nachzugehen, empfiehlt sich aber auch, um möglicherweise so weitgehend Aufschluss über die Herkunft des Geschlechts zu gewinnen, dass sich die weitere genealogische Forschung auf ein bestimmtes Gebiet bzw. einen Sprach- oder Lebensraum konzentrieren kann.

Unter der Leitung von Damaris Nübling (Uni Mainz) und Konrad Kunze (Uni Freiburg) entsteht der „Deutsche Familiennamenatlas". Denn „die Familiennamen sind der einzige Bereich der europäischen Sprachen, der in seiner ausgeprägten räumlichen Vielfalt noch höchst unzureichend erfasst ist ... Sie sollen im Bereich der Bundesrepublik Deutschland ... anhand systematisch ermittelter und durch repräsentative Beispiele abgedeckter Themenkomplexe analysiert und die Ergebnisse in einem vierbändigen Atlas mit ca. 970 kommentierten Karten dargestellt werden. Philologischen Interessen wird durch einen grammatischen Teil (Bde. 1, 2 und 3: Graphematik, Phonematik, Morphematik, Syntagmatik der Namen) Rechnung getragen, kulturhistorischen durch einen lexikalischen Teil (Bde. 4, 5 und 6), der jeweils den spezifischen Aussagewert der fünf unterschiedlich motivierten Familiennamenklassen (aus Rufnamen, nach Herkunft, Wohnstätte, Beruf, körperlichen oder charakterlichen Merkmalen) berücksichtigt. Dadurch wird die Namenforschung erstmals auf ein tragfähiges Fundament rezenter Daten gestellt ... [es wird] eine erstrangige Quelle für die Sprachgeschichte, des Weiteren ein hilfswissenschaftliches Instrument für Fächer von der Kirchen- und Sozialgeschichte über die Siedlungs- und Migrationsforschung bis zur Genetik bereitgestellt" (vgl. http://www.igl.uni-mainz.de/forschung/namenforschung/).

Für die Belange unseres Familienverbandes mag ein kleiner Überblick über die wesentlichen Fragestellungen genügen. Er ist gegliedert in: